Bei der Para Radsport-WM in Ronse (Belgien) konnten unsere OSP-Athlet*innen Annika Zeyen-Giles und Andrea Eskau gleich vier Medaillen zur deutschen Gesamtausbeute von 13 Medaillen beisteuern.
Andrea Eskau: Silber im Zeitfahren, Bronze im Straßenrennen
Zum WM-Auftakt fuhr Handbikerin Andrea Eskau im Zeitfahren als Zweitschnellste über die Ziellinie und freute sich über Silber in der Klasse H5 hinter der Niederländerin Chantal Haenen. „Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Auftakt zufrieden. Die Silbermedaille ist super, auch wenn ich auf der Strecke nicht die perfekte Balance gefunden habe. Sonst hätte ich noch etwas schneller unterwegs sein können. Jetzt blicke ich positiv aufs Straßenrennen am Samstag“, sagt Andrea Eskau nach dem Rennen.
Im Straßenrennen wiederholte Andrea Eskau ihren Medaillenerfolg und sicherte sich die Bronzemedaille. Beim Rennen der Startklasse WH5 wurde sie durch gesundheitliche Probleme aber vor arge Schwierigkeiten gestellt: „Ich bin komplett erschöpft nach diesem Rennen. Mir war es sehr wichtig, nicht aufzugeben. Dass ich zwei Medaillen mit nach Hause nehmen darf, freut mich sehr“. Gewonnen hatte das Rennen die Niederländerin Chantal Haenen, die sich knapp gegen die Italienerin Ana Maria Vitelaru durchsetzte.
Annika Zeyen-Giles: jeweils Bronze im Einzelzeitfahren und im Straßenrennen
Am ersten Tag der Rad-WM kam Handbikerin Annika Zeyen-Giles (SSF Bonn) im Zeitfahren der Startklasse H3 auf den Bronzerang und äußerte sich im Anschluss sehr zufrieden: „Das war für mich gesundheitlich ein mehr als hartes Jahr, daher ist es für mich ein Riesenerfolg, dass ich es aufs Podium geschafft habe. Ich musste die Weltcups auslassen und wusste lange nicht, ob ich bei der WM überhaupt starten kann. Ich bin sehr erleichtert, zumal der Trainingsaufbau alles andere als optimal war und ich gar nicht recht wusste, was mich erwartet, nachdem ich in diesem Jahr noch kein internationales Rennen gefahren bin.“
Dass unsere Ausnahmeathletin dann im Straßenrennen der Startklasse WH3 ihre zweite Medaille gewinnt, vermuten am Samstag nach zwei Runden wohl die wenigsten der zahlreichen Zuschauer*innen am Seitenrand. Als die Bonnerin die Ziellinie vor der letzten Runde überquert, liegt sie praktisch gleichauf mit der Brasilianerin Jady Martins Malavazzi im Kampf um Platz vier. Die ersten drei Fahrerinnen hatten sich in den zwei Runden zuvor bereits einen ordentlichen Vorsprung erarbeitet.
„Ich bin von der letzten Position gestartet und musste quasi das ganze Rennen aufholen“, berichtet die 40-Jährige. Eine mühevolle Arbeit, für die sich Zeyen-Giles aber noch belohnt, als sie – hinter der überragenden Lauren Packer aus Australien und Anaïs Vincent aus Frankreich – mit einem breiten Lächeln als Dritte ins Ziel fährt. „Nach einem schwierigen Jahr mit vielen gesundheitlichen Problemen freue ich mich riesig, dass ich Bronze gewonnen habe“, resümiert Annika Zeyen-Giles.
Alle Infos zur Para Radsport-WM gibt es beim Deutscher Behindertensportverband DBS
Quelle: DBS
Bilder: Picture Alliance